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ReiseBlog

ROADTRIP Europa 2020/2021

Das allerletzte

1. November 2020, Leknes Lofoten. Norwegen

 


Der Punkt an dem man anfängt sich selbst ekelig zu finden. Ja, der war erreicht. Meine bisherigen Überredenskünste auch bei Minusgraden ins Wasser zu steigen, ließen in den letzten Tagen etwas nach. Mein Körper war dennoch davon überzeugt, es sei trotz der Kälte notwendig zu schwitzen. Nur weil es mal 1000 Höhenmeter hoch geht. Seit ca. 10 Tagen bin ich auf den Lofoten. Ich werde euch diesen Ort nicht schmackhaft machen. Meinerseits keine Empfehlung. Langweilig, unfreundlich, unspektakulär, landschaftlich öde, trostlos, super teurer, keine Strassen, Nur Sumpf, kein Internet, Kannibalen, Terroristen, Unwetter, Katastrophen, giftige Tiere, Tropische Eisstürme, Korruption. Ein beschissener Scheißort. Furchtbar. Also haltet euch bloß fern davon, damit ich hier meine Ruhe habe. Je mehr man von tollen Orten schwärmt, desto mehr Touris werden ihn kaputt machen. Ich bin ein erprobter Touri, ich weiß was ich und meinesgleichen alles kaputt machen. Wenn ihr es schön habt, dann schützt euch vor Tourismus. Schlimmer als Corona. Also hier nochmal ein ausdrückliches: Do NOT come here. It's beyond terrible. Hoyerswerda soll schön sein. Auch im Winter. Eine Perle im Herzen Europas. Camper-Mekka von morgen! Oder Mittweida. #MittweidaBackPackerHotspot2021 It's the real shit!
Wo war ich stehen geblieben? Also die körpereigenen Ausdünstungen haben mich dazu überredet, mir etwas dekadenten Luxus zu gönnen. Vor ein paar Tagen lernte ich Antoine, einen französischen Ingenieur-Studenten aus der Schweiz kennen, der im Dacia Duster, dem Auto für alle diejenigen die kein Statussymbol brauchen, lebt, kennen. Die Kommasetzung übersteigt meine Kenntnisse, sorry. Er erzählte mir von einem tollen AirBnB für ca. 30€/Nacht mit Yakuzi, Terrasse, Küche und free BiFi. Antoine beschrieb es als Palast, in dem er 2 Nächte verbrachte um mal wieder den Luxus des häuslichen Lebens genießen zu dürfen. Das klang gut. Dusche. Warm. Nehm ich! Jetzt wohne ich zusammen mit zwei polnischen Köchen und habe ein riesen großes Haus so fast für mich alleine. 3 volle Tage lang. Das Wetter draußen lädt nicht weiter ein zum wandern, also verbringe ich mal einen absoluten Gammeltag, schreibe ein bisschen, schnippel an meinen Videos und mach meine 2021 Kalender fertig für den Druck. Und das alles in kurzen Hosen und T-Shirt. Herrlich. Man fühlt sich so leicht, wenn man keine 13,5 Schichten Klammotten an sich trägt. Antoine jagt übrigens zur Zeit verloren geglaubte Schafe von den Bergen, damit sie den Winter auf den Farmen verbringen können. Vielleicht werde ich ihm ab Dienstag damit helfen. Eine Art WorkAway bei einer Norwegischen Familie. Klingt witzig. Denkt an meine ausdrückliche Reisewarnung (siehe oben) und erklärt folgende Zeilen zu FakeNews. Die Lofoten waren ja so insgeheim der einzige Ort den ich so wirklich sehen wollte. Seit Jahren liefert mir das Assoziale Medium Instagram tollsteste Bilder von diesem magischen Fetzen Erde. Jetzt bin ich hier und finde es grandios. Grandios=Neusprech für furchtbar. Jeden Tag nehme ich mir einen neuen Gipfel vor, von dem man die atemberaubende Landschaft sehen kann. Die App „AllTrails“ macht ihrem Namen alle Ehre und empfiehlt mir jeden Tag aufs neue die tollsten Wanderungen in meiner Nähe. Fast jeder Ort hier hat einen „Tindan“ oder „Bringen“, ich denke es wird irgendwas mit „Berg“ heißen. Die Sonnenstunden sind in diesen Monaten sehr begrenzt, also macht man sich gegen 16Uhr am besten auf den Rückweg, wenn man nicht im Dunkeln zurück zum Auto stapfen möchte. Aber in 8h Tageslicht schafft man eigentlich eine ganze Menge. Komischerweise fühle ich mich dann schon gegen 21Uhr als könnte ich ins Bett gehen. Mit dem Auto stelle ich mich dann meistens so, dass ich durch die Schiebetür einen freien Blick nach Norden habe um immer mal nach den Nordlichtern zu schauen. Der KP-Index (Intensität der Sonnenaktivität) liegt täglich zwischen 2,5 und 4 und auf der Karte kann man immer ganz gut erkennen ob man eine Chance hat oder nicht. Wenn dann noch der Himmel frei ist, dann sieht man eigentlich immer ein paar grüne Fetzen am Horizont. Die Kamera sieht meistens mehr als das Auge. Ich glaube es war der 24. Oktober, an dem der Himmel regelrecht explodierte. Ich war tagsüber auf einer wunderschönen Gipfeltour in der Nähe vom idyllischen Ort Reine und hatte nach dem Abstieg eigentlich schon die Nase voll als ich gegen 19 Uhr hinter den Bergen die leicht grünen Schemen erkennen konnte. Auf der Aurora-Forecast App hieß es „4,7KP Index“. Ca. 1600 Steinstufen führen hoch zum ersten Gipfel des Reinebringen, von dem man eine Klasse Aussicht hat. Im Auto hatte ich Probleme, weil meine Oberschenkel immer noch leicht zitterten. Aber irgendwas überzeugte mich davon, noch einmal den Aufstieg in Angriff zu nehmen. Zum Glück! Ich packte meinen Rucksack mit ALLEN warmen Sachen, die mein Camper zu bieten hatte, Stativ und Kamera und los gings. An schwachen Tagen ist es schwierig zu erkennen, ob es sich lediglich um weiße Wolkenschwaden handelt, welche vom Unterbewusstsein leicht grün gefärbt wurden oder die eigentliche Aurora Borealis. An diesem Abend war dies nicht der Fall. Über mir tanzten in grellem grün die dicken Lichtfäden. Immer in einer Art Halbkreis von Nord nach Nordwest. Und diesmal stand ich, wie vor 4 Wochen in Abisko (Schweden) direkt im Epizentrum. Heißt man ist umgeben von tanzenden Lichtern. Nicht nur ein Faden sondern 3 oder 4. Mein Aufstieg wurde dadurch jedenfalls stark beschleunigt aus Angst die Show könnte schon wieder vorbei sein, sobald ich oben ankomme. Ich glaube ich verbrachte insgesamt 3 oder 4 Stunden oben auf dem Gipfel und verbrauchte 2 volle Kamera-Akkus. Die Kälte macht den Batterien immer arg zu schaffen. Am besten man packt sie in die Innentasche der Jacke um sie warm zu halten. Mit 3 T-Shirts, 2 Pullovern, 1 Fließjacke und meiner dicken Snowboardjacke war die Kälte und der Wind erträglich. Ich hatte Handschuhe ÜBER meinen Handschuhen. Ein paar Liegestütze halfen um den Körper warm zu halten. Mit der Zeitraffer-Funktion der Kamera entstehen wunderbare Videos, auf denen man die Nordlichter in all ihren Bewegungen gut sehen kann. Aber für 4 Sekunden Film braucht die Kamera ca. 1h auf dem Stativ. Zwischenzeitlich kamen sehr schnelle farbige Ströme hinzu. Wenn es zu orange, lila, weiß und Farben neben dem üblichen grün kommt, bewegen sich die Nordlichter extrem schnell und sind schwer zu fotografieren. In diesen Momenten muss die Erinnerung reichen. Episch. Einfach nur episch. Hoyerswerda ist mindestens genauso episch. Es war mal wieder so ein Moment im Leben der all deine bisherigen Erlebnisse in den Schatten stellte. Wahnsinn. Meine Bilder sind zwar etwas nachbearbeitet und kreativ angepasst, aber ich glaube guten Gewissens sagen zu können, dass man mit bloßem Auge die Lichter mit ca. 80-90%iger Farbigkeit am Himmel bestaunen konnte. Totmüde und absolut zufrieden brach ich meinen Fototrip gegen Mitternacht ab und begab mich mit Stirnlampe zurück den gefrorenen Treppenpfad zum Auto. Suchte mir einen Parkplatz im Rande der E10 und schlief innerhalb 1,04 Minuten ein.
 

20.10.2020

Trondheim, Norwegen

Moinsen, oder hey hey wie man hier oben sagt,

 

vom regelmäßigen Blog-Einträge schreiben habe ich mich nach genau... ganz am Anfang verabschiedet. Dazu passiert einfach zu viel und oder ich möchte mir dafür einfach keine Zeit nehmen. Das posten auf Instagram ist leider viel zu bequem im Gegensatz zum Texte schreiben. Wer mich dort verfolgt, ist auf jeden Fall eher Up to Date ;). Aber ich möchte natürlich niemanden zu diesem zeitfressenden Social-Media Wahnsinn verleiten. In 100 von 99 Fällen lebt man wahrscheinlich glücklicher ohne diesen Kram. Hochgerechnet verbringen wir damit ca. 5 Jahre unseres Lebens wenn man auch nur 2h damit täglich verbringt (über eine Zeitspanne von 60 Jahren.) Jetzt stelle ich mir vor, was ich in 5 Jahren alles hätte sehen können. Wahrscheinlich hätte ich es in dieser Zeit ca. 5 mal um die gesamte Welt geschafft. 5X um die gesamte verdammte Erde. 5X, nur indem ich auf 2h Social Media am Tag verzichtet hätte. Hätte,... “Ein Leben mit weniger Konjunktiv”. So würde ich den Arbeits-Titel meines Buches nennen, was ich nie schreiben werde. Würde ich doch nur mal damit anfangen. Da war er schon wieder. Dieser verdammte Konjunktiv.

Ich sitze gerade in einem von meinen 38,000 CoWorking Spaces, die sich über den gesamten Erdball verteilen. Ein mehr oder wenig gemütliches Büro mit Aussicht auf das größte Einkaufszentrum in Trondheim, Norwegen. Ein gelbes M kennzeichnet die kostenlose Verfügbarkeit von Strom, Free BiFi, Wärme, lvl 9 Kaffee und manchmal sogar bequeme Stühle die mich ermuntern diese Zeilen zu schreiben. Ich erinner mich gerade daran, dass ich vor ca. 8 Jahren ein komplettes Family-Meal mit 4 Burgen, 4x Cola, 4x Pommes und 4 x Snacks im Mc Donalds in Stanthorpe, Queensland Australia, verdrückt hatte. Damals,... darf ich schon von damals sprechen, oder bin ich dafür noch zu jung? 2012 war ich noch mit dem Ipod 4G unterwegs auf dem ich alle meine Nachrichten tippte. Die einzige Möglichkeit ins Netz zu kommen. Genug verlabert.

Am 11. September 2020 habe ich mich auf meinen hoffentlich bisher größten Roadtrip gemacht. Nachdem sich der Ausbau meines Sprinter-Campervans nur um sagen wir 2 Monate verzögert hatte, ging es endlich los. An dieser Stelle ein riesen Dankeschön an meine Ellis die sich in der letzten Phase des Ausbaus nochmal ordentlich ins Zeug gelegt hatten. Ich denke da an Frank, der mir den größten Teil der Elektrik gebastelt hatte und beim Einbau der Küche enorm geholfen hat. Oder meiner Mum, die am Tag der Abfahrt noch in Windeseile die Vorhänge genäht und angebracht hat. Jetzt lebe ich seit ca. 6 Wochen im Auto und genieße endlich wieder das völlig unbeschwerte Leben auf der Strasse. Für mich keineswegs eine unbekannte Art zu reisen. Jedoch ist es doch etwas völlig anderes in einem relativ warmen Subkontinent 2 Jahre lang das BeachBoy-Lisa 19- Hippie-CamperVan-Leben zu führen, oder im arschkalten Schweden jeden Tag im See baden zu gehen. Aber im Prinzip ist es dann doch recht ähnlich. Sofort erinnert man sich an die Überlebensstrategien von damals.
1. Nutze Jede öffentliche Toilette. (Sonst Wald)
2. Fülle überall Wasser auf wo gibt.

3. Nutze so wenig wie möglich Geschirr. Kalt abwaschen sucks!

 

4. Reduziere das Wechseln von Klamotten aufs nötigste.
Den Elch interessiert es nen Scheiß ob du frisch geduscht riechst oder nicht.
5. Reglementiere deine Datennutzung. Ohne Google Maps siehste alt aus.
6. Kälte ist nur ein Gefühl. Ignoriere es beim Baden im Eisbach. Kopfsache.
Du fühlst dich danach besser.
7. McDonalds erfüllt so gut wie all deine Wünsche. Selbst duschen kann man dort mit warmen Wasser. Solange man die Tür versperren kann, stört es auch keinen wenn man drin fast nackt steht und sich mit Duschbad am Waschbecken wäscht. Duschn mit FreeWifi. Man kann auch einfach davor parken und sich im Netz suhlen.
8. Ein Cappie wird mit jedem Strubbelpeterhaar fertig.
9. 7 Tage Nudeln bringen dich nicht um. Spaghetti lassen sich top stapeln.
10. Nudelwasser gibt’s sowohl in Nord- und Ostsee. 

Kopenhagen und Schweden

 

Was ist so passiert?

Mittlerweile sind meine 15,000km die ich bei der Versicherung angegeben habe verbraucht. Wer hätte das gedacht. Aber Schweden und Norwegen sind tatsächlich auch einfach riesig groß. Die erste Woche hat mich mein Studienkumpel und mittlerweile bester Reisegefährte Oli begleitet. Mit ihm reise ich super gerne. Erwartungen gleich Null, Ahnung vom Land gleich Null, Vorbereitung gleich Null. Das kann nur gut werden. Wer keine hohen Erwartungen an eine Reise hat, kann auch nicht enttäuscht werden. Es wird dann einfach automatisch gut. Oli und ich wissen eigentlich immer nur eins. Das Zielland. Das wars dann aber auch schon. Also erwarteten uns 8 Tage voller Überraschungen. Angefangen mit dem spontanen Besuch bei meinem Opa in Hamburg, dem ich es sozusagen einmal heimzahlen wollte. Seine Taktik gegen ihn verwenden. 15 Minuten vor Ankunft bei ihm völlig aus dem Nichts telefonisch melden und dann einfach auftauchen, sofern derjenige vor Ort ist. Bähm Treffer. Ganz nebenbei habe ich damit auch mal meinen Onkel nach ca. 15 Jahren einmal wieder getroffen. Danach ging es nach Kopenhagen. Geplant war es eigentlich nicht, aber als sich Cathi, eine alte Bekannte aus Australien, bereit erklärte uns beide zu beherbergen für eine Nacht. Seit 8 Jahren nicht gesehen. Die in der Zwischenzeit ausgetauschten Nachricht kann ich an einer Hand abzählen. Aber so funktioniert es nunmal. Reisebekanntschaften funktionieren auch nach ewiger Abstinenz. Eine FB Nachricht genügt und schon erinnert man sich an den Chaotischen Typ, den man vor Jahren einmal kennen lernen musste. Aus 1 Nacht wurden 3 und zusammen mit Patrick, ihrem Freund, erkundeten wir Kopenhagen. Hellauf begeistert von der Stadt, obwohl wir eigentlich nur mit dem Rad ziellos durch die City irrten. Vermutlich hat es uns das Hippie-Viertel Christiana am meisten angetan. Ein Ort frei von Hektik und Großstadt Vibes. Berauscht vom grünen Geruch, der um jede Ecke kroch, freuten wir uns über die strahlende sonne und billiges Bier. Billiges Bier. Ein Luxus von dem man sich in Skandinavien schnell verabschieden muss. 65 Kronen, 85 Kronen, 95 Kronen und mal sehen was Norwegen noch so an astronomischen Preisen zu bieten hat. Teil die Kronen durch 10 und du bekommst den ungefähren Preis in Euro. Mein 1,20€ StudentenclubVerwöhnungsPreis im halben Liter Format im Hinterkopf, ließ mich dann spätestens nach dem zweiten Bier zum Aufhören überreden. Hätte man sich vorher mal belesen und hätte geplant, dann wäre man mit 113liter bier PRO Person über die Grenze gerauscht. Platz im Auto wäre gewesen. 226 Liter Bier (452 Dosen) wären zwar 113€ Pfand gewesen, aber das hätte man in Kauf nehmen sollen. Leben mit weniger Konjunktiv. Scheiß drauf, es geht auch ohne Bier ;). In Schweden bekommt man wenigstens halbgare Plärre im 3,5 Promille Format für 60-80ct der halbe Liter. Kopenhagen. Kleiner Tripadvisor-Insider-Tipp. Geh mal auf Tinder und du denkst, du bist im Schlaraffenland. Jedenfalls wenn man auf Frauen steht. Kopenhagen ist das neue Schweden. Man könnte meinen, dass die Hauptstadt Dänemarks einen Willkommensbonus im 5 stelligen Bereich für attraktive Frauen zahlt. Genug davon. Wer gerne Fahrrad fährt, sollte sich Kopenhagen mal antun. Teuer aber toll. Mit 2 Rädern unterm Hintern hat man immer Vorfahrt. In Dresden muss ich pro 100m Fahrtstrecke 4-7 Verkehrsregeln brechen um annähernd so bequem zu reisen wie hier. Nachdem 3. leckeren Frühstück bei Cathi und Patrick nahmen wir die Fähre nach Schweden (Helsingborg). Natürlich nicht ohne personalisiertes Andenken aus Dänemark. Das Heck meines Sprinters verschaffte mir einen 60 € teuren Strafzettel, weil ich zu nah an der Kreuzung parkte. Manche sammeln Magneten für den Kühlschrank... Schweden begrüßte uns mit strahlender Sonne und einem fantastischen Sonnenuntergang in Mölle, einem kleinen Zipfel der freien Blick auf die Nordsee bot. Über die grandiose App park4night fanden wir einen tollen platz an einem kleinen See, an dem wir unser erstes Feuer entfachten und bei Bier und Milchstrasse das Leben genossen. Genießten? Genossenschaften? Für befriedigend erachteten. Die Nächsten Tage führten uns von Nationalpark zu Nationalpark. Wälder, Seen, Wälder, Seen. Wälder. Viel zu seen. Von nun an gab es jeden Tag ein Feuerchen. Einfach herrlich. Auf dem Weg nach Stockholm fanden sich unendlich viele Plätze mitten in der Natur zum Freistehen und alle mit Blick auf See und Feuerstelle. Und dann kam Ursula.  

August 2020
Guten Morgen, 

Ein kleine Vorgeschichte.... 

es ist mal wieder soweit. Vor mir liegt ein neues, unbeschriebenes Kapitel und viel Zeit. Eine Zeit, die ich nutzen möchte um mal wieder aus der Alltagsroutine auszubrechen. Seit meiner ersten längeren Reise, die ich als völlig unerfahrener, ausgelernter Zivi und mittelprächtigem Abitur mit dem Rucksack antrat, sind mittlerweile über 9 Jahre vergangen. Fast 2 Jahre Work and Travel auf dem mittlerweile deutschsprachigem Subkontinent, der jährlich Millionen von deutschen Erntehelfern anlockt, zahlreiche umweltbedenkliche Kurztrips gesponsert von RyanAir quer durch die Metropolen von Europa während des Studiums  und eine fantastische Moped/Rucksackreise durch Vietnam, die Philippinen, Thailand und Kambodscha (2017/2018) stillten meinen nicht enden wollenden Reisedurst in der Zwischenzeit. Das Jahr 2019 hat mir mal wieder ins Gedächtnis gerufen, wie erfüllend das ungeplante Leben auf der Straße sein kann und wie viele unfassbare und lustige Sachen unterwegs passieren, von denen man nach dem Aufstehen nicht mal geträumt hätte. Nach einem 10 tägigen, völlig spontanen Ausflug nach Panama mit weniger als 7Kg Gepäck war mir klar.... 40 Jahre Arbeiten, immer Ausreden finden, mich in Sicherheit wiegen, den Erwartungen folgen, einen lückenlosen Lebenslauf erarbeiten, mit endlos vielen Versicherungen meine Versicherungen versichern. Nein.... Vernünftig sein muss warten. Mit 7 gerade kennen gelernten BackpackerInnen aus aller Welt zusammen gequetscht auf der Rückbank eines kleinen Taxis mit einer 90er Playlist und einem gut gelaunten Panamaischen Fahrer der uns mit schallendem "I'm a BarbieGirl" zu irgendwelchen heißen Quellen fuhr (Man bedenke es waren draußen schon 40 grad^^), rück zu auf einem kleinen Vieh Transporter, dem man mit Klopfen auf das Dach signalisierte, dass man mit seiner Richtung nicht weiterkäme und er einen runterließ, oder einfach die Polizeistreife umfahren wollte. Das sind für mich die Momente, die mir immer wieder ins Gedächtnis rufen, wie wohl ich mich in diesen Zeiten gefühlt habe. Im Sommer 2019 dann der 5300Km lange Roadtrip mit dem heiß geliebten Mitsubishi Express, der schon 2011 mein Zughause war, ging es zum dritten mal über den australischen Subkontinent. Das Gefühl morgens nicht zu wissen, wo man Abends einschläft und morgens aufwacht und erstmal schauen muss wo man ist, finde ich genial. Vorhänge zur Seite und dich strahlt ein Sonnenaufgang über dem Meer an. Weit und breit keine Menschenseele, kein Empfang, keine Emails, keine Pop-Up Nachrichten, kein Straßenlärm, einfach nischten. Einfach toll. Ich schätze jeden Luxus der konsumorientierten Zivilisation, keine Frage, aber das Pudelwohl-Gefühl kommt dann doch erst, wenn man unterwegs in der Unerreichbarkeits-Pampa steht. 
Der Kauf des passenden Fahrzeugs... 
Genug gequatscht... Was will er denn eigentlich... Irgendwann im Dezember 2019 während einer Zugfahrt sagte ich nach langem Gedankengang: Hör auf zu labern, einfach machen. Träumen kannste auf Arbeit. Nach passenden Fahrzeugen für die nächste große Reise suchte ich schon länger: Defender, Land Cruiser, UAZ Buchanka, einen uralten Volvo, der zu 90% aus Kofferraum besteht, einen kleinen Van T4/T5, Transit, nen alten Unimog,.... oder doch das Fahrrad? Vielleicht auch eine BMW-Touring Maschine??! Viele Szenarien spielten sich in meinem Kopf ab. Schließlich stolperte ich Anfang Januar über einen Mercedes Sprinter von 2007 L2H2, der gerade in Dresden online gestellt wurde (Nach 1h schon über 400klicks....). Mit Gänsehaut und pipi in der Hose rief ich an und sagte, dass ich noch Sonntag vorbei kommen könnte, um das Fahrzeug zu besichtigen. "Achsoo, du gommst och aus Dresdn, na denn kömmer das so machen...." Ein kurzer Anruf bei meinem Ziehvater, der sofort Feuer und Flamme war und mir genau das sagte, was ich hören musste, "Manchmal muss man einfach Sachen machen", trafen wir uns in DD und schauten uns die Karre an. Von Außen Top, Km-Stand utopisch gut, als Nicht-raucherfahrzeug ausgeschrieben, mit gelb vernebeltem Dachhimmel und üblem Rauchgeruch in der Kabine, die Ladefläche schön verkeimt, gab mir der Verkäufer 12h Bedenkzeit, weil er schon Trölf-Millionen Interessenten an der Leine hätte. Schlaflose Nacht, Bähm, nehm ich.  Hoopsy, was hab ich mir dabei nur gedacht.
Seit dem plane und bastel ich am Ausbau, der nach 3 Monatigen Rostentfernen erstmal auf Eis gelegt wurde, weil ich mir durch grenzenlose Doofigkeit beim Radfahren die Speiche UND das Kahnbein rechts brechen musste, damit ich mir in der Coronazeit nicht mehr ins Gesicht fassen konnte. Reiner Selbstschutz sozusagen. Das Kahnbein braucht natürlich gleich 3 Monate im Gips und 4000 Physio Behandlungen, bis man die Hand wieder vernünftig bewegen kann. Ein Zeh wäre mir lieber gewesen. Nebenbei hatte ich noch Sachen wie Arbeit und mein zweites Staatsexamen zu erledigen, was mir den Ausbau zeitlich erschwerte. Jetzt sitze ich hier bei meinen Eltern, habe 2 Wohnungen in Kisten verpackt und habe endlich Zeit den Sprinter in einen gemütlichen Camper zu verwandeln, der es mir ermöglichen soll, bis zu 2 Wochen ohne Strom, Wasser und sonstige Luxeriösitäten zu übeleben. Ich bin gespannt.... Es wird wie es wird, und dann kommt alles ganz anders.  

Südostasien 2017/2018

Auf Reisen, die man nicht plant, passieren Sachen, die einen jeden Tag aufs Neue überwältigen. 

Im November 2017 gings mal wieder los, Kamera, Rucksack und ab nach Südost-Asien für ein paar Monate. 

Australia 2019 - Ein recht gehetzter Roadtrip. Aber Geil

 

Hey all, 

 

This video shows some of my favorite shots travelling up the east coast. Winter season of 2019, a hell of a trip. We managed to cover 5300km in only 3 Weeks... nothing to be proud of, cause it wasn't enough time to really enjoy all bits and pieces of this beautiful part of the country. 

Australia will always be a special place for me. It's where all the travelling began, I became an addict of running away to see all corners the world has to offer. E ART H. Too many places, too much to see.