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Kopenhagen und Schweden

 

 

Was ist so passiert?

Mittlerweile sind meine 15,000km die ich bei der Versicherung angegeben habe verbraucht. Wer hätte das gedacht. Aber Schweden und Norwegen sind tatsächlich auch einfach riesig groß. Die erste Woche hat mich mein Studienkumpel und mittlerweile bester Reisegefährte Oli begleitet. Mit ihm reise ich super gerne. Erwartungen gleich Null, Ahnung vom Land gleich Null, Vorbereitung gleich Null. Das kann nur gut werden. Wer keine hohen Erwartungen an eine Reise hat, kann auch nicht enttäuscht werden. Es wird dann einfach automatisch gut. Oli und ich wissen eigentlich immer nur eins. Das Zielland. Das wars dann aber auch schon. Also erwarteten uns 8 Tage voller Überraschungen. Angefangen mit dem spontanen Besuch bei meinem Opa in Hamburg, dem ich es sozusagen einmal heimzahlen wollte. Seine Taktik gegen ihn verwenden. 15 Minuten vor Ankunft bei ihm völlig aus dem Nichts telefonisch melden und dann einfach auftauchen, sofern derjenige vor Ort ist. Bähm Treffer. Ganz nebenbei habe ich damit auch mal meinen Onkel nach ca. 15 Jahren einmal wieder getroffen. Danach ging es nach Kopenhagen. Geplant war es eigentlich nicht, aber als sich Cathi, eine alte Bekannte aus Australien, bereit erklärte uns beide zu beherbergen für eine Nacht. Seit 8 Jahren nicht gesehen. Die in der Zwischenzeit ausgetauschten Nachricht kann ich an einer Hand abzählen. Aber so funktioniert es nunmal. Reisebekanntschaften funktionieren auch nach ewiger Abstinenz. Eine FB Nachricht genügt und schon erinnert man sich an den Chaotischen Typ, den man vor Jahren einmal kennen lernen musste. Aus 1 Nacht wurden 3 und zusammen mit Patrick, ihrem Freund, erkundeten wir Kopenhagen. Hellauf begeistert von der Stadt, obwohl wir eigentlich nur mit dem Rad ziellos durch die City irrten. Vermutlich hat es uns das Hippie-Viertel Christiana am meisten angetan. Ein Ort frei von Hektik und Großstadt Vibes. Berauscht vom grünen Geruch, der um jede Ecke kroch, freuten wir uns über die strahlende sonne und billiges Bier. Billiges Bier. Ein Luxus von dem man sich in Skandinavien schnell verabschieden muss. 65 Kronen, 85 Kronen, 95 Kronen und mal sehen was Norwegen noch so an astronomischen Preisen zu bieten hat. Teil die Kronen durch 10 und du bekommst den ungefähren Preis in Euro. Mein 1,20€ StudentenclubVerwöhnungsPreis im halben Liter Format im Hinterkopf, ließ mich dann spätestens nach dem zweiten Bier zum Aufhören überreden. Hätte man sich vorher mal belesen und hätte geplant, dann wäre man mit 113liter bier PRO Person über die Grenze gerauscht. Platz im Auto wäre gewesen. 226 Liter Bier (452 Dosen) wären zwar 113€ Pfand gewesen, aber das hätte man in Kauf nehmen sollen. Leben mit weniger Konjunktiv. Scheiß drauf, es geht auch ohne Bier ;). In Schweden bekommt man wenigstens halbgare Plärre im 3,5 Promille Format für 60-80ct der halbe Liter. Kopenhagen. Kleiner Tripadvisor-Insider-Tipp. Geh mal auf Tinder und du denkst, du bist im Schlaraffenland. Jedenfalls wenn man auf Frauen steht. Kopenhagen ist das neue Schweden. Man könnte meinen, dass die Hauptstadt Dänemarks einen Willkommensbonus im 5 stelligen Bereich für attraktive Frauen zahlt. Genug davon. Wer gerne Fahrrad fährt, sollte sich Kopenhagen mal antun. Teuer aber toll. Mit 2 Rädern unterm Hintern hat man immer Vorfahrt. In Dresden muss ich pro 100m Fahrtstrecke 4-7 Verkehrsregeln brechen um annähernd so bequem zu reisen wie hier. Nachdem 3. leckeren Frühstück bei Cathi und Patrick nahmen wir die Fähre nach Schweden (Helsingborg). Natürlich nicht ohne personalisiertes Andenken aus Dänemark. Das Heck meines Sprinters verschaffte mir einen 60 € teuren Strafzettel, weil ich zu nah an der Kreuzung parkte. Manche sammeln Magneten für den Kühlschrank... Schweden begrüßte uns mit strahlender Sonne und einem fantastischen Sonnenuntergang in Mölle, einem kleinen Zipfel der freien Blick auf die Nordsee bot. Über die grandiose App park4night fanden wir einen tollen platz an einem kleinen See, an dem wir unser erstes Feuer entfachten und bei Bier und Milchstrasse das Leben genossen. Genießten? Genossenschaften? Für befriedigend erachteten. Die Nächsten Tage führten uns von Nationalpark zu Nationalpark. Wälder, Seen, Wälder, Seen. Wälder. Viel zu seen. Von nun an gab es jeden Tag ein Feuerchen. Einfach herrlich. Auf dem Weg nach Stockholm fanden sich unendlich viele Plätze mitten in der Natur zum Freistehen und alle mit Blick auf See und Feuerstelle. Und dann kam Ursula.