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Trondheim - Die Reise gen Norden

20.10.2020

Trondheim, Norwegen

Moinsen, oder hey hey wie man hier oben sagt,

 

vom regelmäßigen Blog-Einträge schreiben habe ich mich nach genau... ganz am Anfang verabschiedet. Dazu passiert einfach zu viel und oder ich möchte mir dafür einfach keine Zeit nehmen. Das posten auf Instagram ist leider viel zu bequem im Gegensatz zum Texte schreiben. Wer mich dort verfolgt, ist auf jeden Fall eher Up to Date ;). Aber ich möchte natürlich niemanden zu diesem zeitfressenden Social-Media Wahnsinn verleiten. In 100 von 99 Fällen lebt man wahrscheinlich glücklicher ohne diesen Kram. Hochgerechnet verbringen wir damit ca. 5 Jahre unseres Lebens wenn man auch nur 2h damit täglich verbringt (über eine Zeitspanne von 60 Jahren.) Jetzt stelle ich mir vor, was ich in 5 Jahren alles hätte sehen können. Wahrscheinlich hätte ich es in dieser Zeit ca. 5 mal um die gesamte Welt geschafft. 5X um die gesamte verdammte Erde. 5X, nur indem ich auf 2h Social Media am Tag verzichtet hätte. Hätte,... “Ein Leben mit weniger Konjunktiv”. So würde ich den Arbeits-Titel meines Buches nennen, was ich nie schreiben werde. Würde ich doch nur mal damit anfangen. Da war er schon wieder. Dieser verdammte Konjunktiv.

Ich sitze gerade in einem von meinen 38,000 CoWorking Spaces, die sich über den gesamten Erdball verteilen. Ein mehr oder wenig gemütliches Büro mit Aussicht auf das größte Einkaufszentrum in Trondheim, Norwegen. Ein gelbes M kennzeichnet die kostenlose Verfügbarkeit von Strom, Free BiFi, Wärme, lvl 9 Kaffee und manchmal sogar bequeme Stühle die mich ermuntern diese Zeilen zu schreiben. Ich erinner mich gerade daran, dass ich vor ca. 8 Jahren ein komplettes Family-Meal mit 4 Burgen, 4x Cola, 4x Pommes und 4 x Snacks im Mc Donalds in Stanthorpe, Queensland Australia, verdrückt hatte. Damals,... darf ich schon von damals sprechen, oder bin ich dafür noch zu jung? 2012 war ich noch mit dem Ipod 4G unterwegs auf dem ich alle meine Nachrichten tippte. Die einzige Möglichkeit ins Netz zu kommen. Genug verlabert.

Am 11. September 2020 habe ich mich auf meinen hoffentlich bisher größten Roadtrip gemacht. Nachdem sich der Ausbau meines Sprinter-Campervans nur um sagen wir 2 Monate verzögert hatte, ging es endlich los. An dieser Stelle ein riesen Dankeschön an meine Ellis die sich in der letzten Phase des Ausbaus nochmal ordentlich ins Zeug gelegt hatten. Ich denke da an Frank, der mir den größten Teil der Elektrik gebastelt hatte und beim Einbau der Küche enorm geholfen hat. Oder meiner Mum, die am Tag der Abfahrt noch in Windeseile die Vorhänge genäht und angebracht hat. Jetzt lebe ich seit ca. 6 Wochen im Auto und genieße endlich wieder das völlig unbeschwerte Leben auf der Strasse. Für mich keineswegs eine unbekannte Art zu reisen. Jedoch ist es doch etwas völlig anderes in einem relativ warmen Subkontinent 2 Jahre lang das BeachBoy-Lisa 19- Hippie-CamperVan-Leben zu führen, oder im arschkalten Schweden jeden Tag im See baden zu gehen. Aber im Prinzip ist es dann doch recht ähnlich. Sofort erinnert man sich an die Überlebensstrategien von damals.
1. Nutze Jede öffentliche Toilette. (Sonst Wald)
2. Fülle überall Wasser auf wo gibt.

3. Nutze so wenig wie möglich Geschirr. Kalt abwaschen sucks!

 

 

4. Reduziere das Wechseln von Klamotten aufs nötigste.
Den Elch interessiert es nen Scheiß ob du frisch geduscht riechst oder nicht.
5. Reglementiere deine Datennutzung. Ohne Google Maps siehste alt aus.
6. Kälte ist nur ein Gefühl. Ignoriere es beim Baden im Eisbach. Kopfsache.
Du fühlst dich danach besser.
7. McDonalds erfüllt so gut wie all deine Wünsche. Selbst duschen kann man dort mit warmen Wasser. Solange man die Tür versperren kann, stört es auch keinen wenn man drin fast nackt steht und sich mit Duschbad am Waschbecken wäscht. Duschn mit FreeWifi. Man kann auch einfach davor parken und sich im Netz suhlen.
8. Ein Cappie wird mit jedem Strubbelpeterhaar fertig.
9. 7 Tage Nudeln bringen dich nicht um. Spaghetti lassen sich top stapeln.
10. Nudelwasser gibt’s sowohl in Nord- und Ostsee.