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Der Vulkan, was ein toller Zufall

27.3. Grindavik, Iceland
I am speechless. Blown away. Stunned. Mesmerized. No words can describe the feeling to see lava descending from an active volcano crawling its path through the valley burning and burying everything it its way. Surround by sun, storm, snow and hundreds of people watching this incredible piece of landscape architecture in the making. It just doesn't bother. Orange veins are searching for the easiest passage through endless layers of black consolidated rock. Arms of beautiful destruction reaching out for expansion. I felt like mankind suddenly lost all its power and control over the planet's plans and designs of future appearance. Watching the earth forming new landscapes kept me busy for about 12h or endless series of pictures and videos that will keep me occupied for days. Truly amazing.

 

25.3.2021

Also es ist unglaublich. Einfach toll. Vor der Abfahrt hatten wir mit Freunden und Familie noch herum gescherzt, wie es denn sei, wenn ein Vulkan ausbräche. Und jetzt stehe ich hier den vierten Tag in Folge vor diesem atemberaubenden Naturschauspiel. Jeder Tag ist anders. Die Magmaschichten wachsen ca. 5m über Nacht und von einem auf den anderen Tag entsteht ein zweiter Krater. Der war gestern noch ein kleines sprudelndes Loch. Das schwarze Feld um den Vulkan füllt stetig das ganze Tal. In ca. einer Woche wird das Tal nicht mehr vorhanden sein. Am Dienstag verließ ich gegen 19Uhr den Vulkan und gestern, Mittwoch waren die Magmamauern schon ca. 7m hoch. Unfassbar was sich hier verändert. Aus Bequemlichkeit und Comfort habe ich mich auf dem 8km entfernten Campingplatz in Grindavik eingemietet und genieße Internet, frischen Kaffee und beste Gesellschaft von verrückten Abenteurern.

 

Rundherum um den Vulkan trifft man Menschen und fängt duzende Gespräche an mit Leuten aus aller Welt. BergführerInnen, FotografInnen, KöchInnen etc. Das Wetter wechselt im Minutentakt von Sonne zu Schneesturm zu Sonne. Die Menschentrauben sammeln sich immer am wärmsten Ort und verweilen stundenlang bei guter Unterhaltung am Sprudelnden Vulkan. Musiker, Filmproduzenten, Bands, Werbeträger, Hobbygriller, Geburtstagskinder und ein paar Hunde feiern dieses Spektakel und nutzen den Hintergrund für zahlreiche Fotos und Videos. Sogar Hollywood und BBC schickten duzende Filmteams um Aufnahmen für zukünftige Hollywoodblockbuster zu sammeln. Über uns kreisen mind zwei bis vier Hubschrauber und Kleinflugzeuge und darunter 20-30 Drohnen jeder Größe. Es schwirrt und summt und brummt. Ein Wunder das hier noch nichts passiert ist. Die Seach and Rescue-Truppe (Such und Rettungskräfte) laufen pausenlos um den Vulkan mit Gasmasken und Gasmessgeräten und Piepsern, welche die giftigen Gase erkennen. Wenn das Gerät ausschlägt, werden die Massen in höhere Ebenen getrieben. Gestern suchte ich die Höhen der Umliegenden Berggipfel um Menschenfreie Bilder zu schießen und traf auf Florian, Koch und frischer Papa, der seit vier Jahren auf Iceland lebt und Arbeitet. Er kocht für Superreiche, die im Sommer gerne mal im Hochland auf die Jagd gehen und mit Super Jeeps (Stelle dir einen Jeep vor der ohne ihn zu verletzen über deinen 6 Jährigen, aufrechtstehenden Sohn rast ) durch die Pampa cruisen. Die örtlichen Behörden geben das Areal je nach Windrichtung und Gasentwarnung frei und sorgen für den Schutz der Menschen. 100e Einsatzkräfte und Freiwillige sorgen für aller Sicherheit. Als ich gestern gegen 21 Uhr mit Florian aufbrach, kamen immer noch 100e von Schaulustigen von der Straße in Richtung Vulkan gewandert. Regelrechte Torschlusspanik bricht hier aus. Jeder will den Berg im stetigen Wandel sehen. Die ca. 5km entfernte Straße ist links und rechts, teils in zweiter und dritter Reihe kreuz und quer beparkt und man muss viel Wartezeit einplanen um da rein oder rauszukommen. Deswegen bin ich mit dem Fahrrad unterwegs und kann mich durch die Massen schlängeln. Dazu waren die Wege gegen Abend vereist und die Straße äußerst glatt. Ich möchte nicht wissen wie lange es gedauert haben muss, bis die 1000en von Autos das Gelände verlassen haben zu später nächtlicher Stunde. Naja, ich werde es heute ruhig angehen und gegen 16Uhr aufbrechen um ein paar Nachtaufnahmen zu ergattern, damit meine Omi zufrieden schlafen kann ;) Ich erzähle übrigens sehr gerne, dass meine über 80 Jährigen Großeltern meine Fotos und Geschichten dokumentieren und das der eine oder andere Freund, den ich treffe im Album landet. Das freut die Menschen ungemein und wollen Beweisfotos aus dem späteren Album! Also Oma, großes Lob aus Iceland, Holleland, Frankreich und Österreich! Du schreibst Geschichte. Analog hat immer noch den größten Wert!