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Vom alltäglichen Gerangel mit der Kälte und sonstigen Vorzügen südlicher Länder,....

7.4. Hengifoss (East Iceland)

Vom alltäglichen Gerangel mit der Kälte und sonstigen Vorzügen südlicher Länder,....

Seit drei Wochen bin ich nun auf dieser wundersamen Insel names Island. Lustigerweise stehe ich genau dort wo ich meinen ersten Tag nach Ankunft mit der Fähre verbracht hatte. Nur 10 Grad kälter und leichter Schnee, die meine Motivation hinaus zuziehen etwas drücken. Seit ca. drei Tagen sind die Temperaturen wieder stark unter den Gefrierpunkt gerutscht und vertrieben die Frühlingsgefühle schneller als ich zu hoffen wagte. Nun ja, heul nicht rum, schließlich habe ich mich ja für eine Insel im Nordpolarmeer entschieden. Nun warte ich jeden Morgen ca. 1-2 Stunden bis meine chinesische Dieselheizung, der rote Drachen, meinen Wasserhahn und meine Wassertanks erwärmt und mir damit Zugang zu meinem Kaffee gestattet. Mit -13 Grad gegen 23 Uhr letzte Nacht entschied ich mich dazu, einen Liter Wasser mit ins Bett zu nehmen, damit ich wenigstens Wasser zum trinken, Zähneputzen und eine schnelle Tasse Kaffee hatte. Zur Not hat man ja immer noch die Möglichkeit einen Topf voll Schnee oder ein paar Scheiben Eis aus der Umgebung in den Topf zu werfen. Aber ich hatte mit meiner „Wärmflasche“ unter der Decke eine Möglichkeit gefunden den Winter zu überlisten. Mein roter Drachen leistet zwar einwandfreie Arbeit jedoch traue ich mich noch nicht, ihn über Nacht laufen zu lassen, obwohl ich einen CO-Melder und einen Feuerlöscher im Auto habe.
Eine Aufgabe gemeistert, eine steht noch vor mir.... Kurz vor Abreise entschied ich mich für eine Camping-Toilette von Hornbach, weil ins Geheim dachte ich mir, dass es ohne Infrastruktur, Wälder , mitten in karger Landschaft hier und da keine Möglichkeit geben könnte. Richtig. (An dieser Stelle möchte ich an die Mitarbeit aller CamperInnen appellieren und dazu raten jegliche Hinterlassenschaften tief zu verbuddeln sodass weder Hund, Tier oder Mensch jemals etwas davon finden tut. Das gleiche gilt für Müll. War ich nicht, ist nicht von mir? Egal trotzdem aufheben und entsorgen. Das Image der Wildcamper leidet genau wegen der Freischeißer, Papierminenleger, DasmachenallesoQuatscher und Müllverpester). Und die Toiletten die es auf Island gibt sind alle fest verschlossen, jedenfalls zur Zeit. Einmal wegen Winter, dann wegen Corona, dann wegen weiß der Geier vielleicht müssen die Isländer einfach nur einmal in der Woche auf Klo und können so ihre mehrtägigen Trips besser planen. Nun ja. Der Umwelt und des üblen Geruchs derwegen suchte ich online nach einer Möglichkeit Chemie-Zusätze zu umgehen und fand ein rein biologischen Zusatz der sowohl Spülung verfeinert als auch Rest zersetzt und neutralisiert. Das Wundermittel heißt „Solbio“ und funktioniert tatsächlich einwandfrei und hinterlässt im Falle eines Notfalls nur einen Hauch von Eukalyptusduft. Und man kann es guten Gewissens in der Kanalisation entsorgen, ohne dabei 765 Wale instant zu töten, oder so. Nun ja. Einen Nachteil hat die heimische Vantoilette aber. Auch ihr Inhalt gefriert bei minus 13 grad und das wars dann wohl mit Eukalyptusspülung. „Ach her jeh, oh Jessus“ würde meine liebe Oma sagen. Das half leider nicht und ich griff zum Kochtopf und erhitzte mir das nötige Wasser zum Spülen. Den Rest müsst ihr euch denken, da ich keinen weiteren Absatz diesem Thema widmen werde.